FORWAC - Friends of Rural Women and Children e.V.
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Das Schulsystem

Das Schulsystem in Kenia ist ein so genanntes 8-4-4 System. Nach der Vorschule starten die Kinder im Alter von sechs oder sieben Jahren in der Grundschule ("primary-" oder "elementary school" genannt), die sie bis zur 8. Klasse (grade eight) besuchen. Danach, mit circa 14 Jahren, wechseln die Kinder zur weiterführenden Oberschule ("secondary-" oder "high school" genannt), in der sie vier weitere Klassenstufen durchlaufen. Voraussetzung für den Besuch der Oberschule ist eine bestimmte Punktzahl beim Abschluss der Grundschule.

Gleiches gilt für die Zulassung zur Universität oder zum College, die von der Qualität des Abschlusses der Oberschule abhängt. Die Ausbildung an der Universität oder einem College dauert weitere vier Jahre.

Mit circa 18 Jahren kann ein Kind die Oberschule abgeschlossen haben und die Universität oder ein College besuchen. Oft sind die Kinder jedoch älter, da sie die Schulausbildung unterbrechen müssen, wenn die Eltern die Schulgebühren nicht aufbringen können. Viele Kinder wiederholen auch ein oder zwei Jahre, weil ihre Leistungen aufgrund der schlechten Lernbedingungen zu Hause immer wieder absinken.

Die Vorschule ("nursery school") ist nicht in das 8-4-4 System eingeschlossen, obwohl der Besuch der Vorschule eine verpflichtende Voraussetzung für den Besuch der Grundschule ist.

Während die Grundschule an sich gebührenfrei ist, muss jedoch eine Schuluniform vorhanden sein. Für weiterführende Schulen müssen Gebühren bezahlt werden, die sich zwischen 100 und 150 Euro für eine Tages-Oberschule und 300 bis 700 Euro für ein Internat pro Schuljahr bewegen. Die Schuluniform, ebenso wie Unterrichtsmaterialien und Bücher kommen hinzu. Für einen Internatsbesuch müssen zudem eine Matratze, Bettwäsche, Handtücher etc. mitgebracht werden - alles Dinge, an denen es den meisten Kindern mangelt.

Während die Abschaffung der Gebühren für die Grundschule (2003) vielen ärmeren Kindern den Zugang zu einer Schulausbildung ermöglichte, blieben weitere Investitionen im Bildungssektor jedoch aus. Die Anzahl der Lehrer nimmt kontinuierlich ab, und so ist das Schulsystem kaum im Stande, der steigenden Anzahl von Schülern gerecht zu werden. Auf einen Lehrer kommen bis zu 100 Schüler, so dass ein guter Unterricht kaum möglich ist. Zudem gibt es vor allem in den ländlichen Regionen noch immer zu wenig Schulen, so dass die Kinder oft lange Wege zu Fuß zurücklegen müssen.

 



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